Die Kantonsschule Frauenfeld (1911) hat neben ihren gestalterischen und denkmalpflegerischen Qualitäten eine gute bauliche Grundsubstanz, ausreichend Masse, vernünftige Fenstergrössen sowie ein gut funktionierender Grundriss. Im Laufe der Jahrzehnte wurde in unterschiedlicher Qualität um- und dazu gebaut.
Aus denkmalpflegerischer Sicht gibt es in den Schulräumen wenige erhaltenswerte Bauteile. Die ehemaligen Abluftschächte funktionieren kaum mehr, diese wurden ausser Betrieb genommen oder gingen vergessen. Dies ist schade, da die Luftqualität in den Schulräumen ungenügend ist. Bauphysikalisch stellt eine später eingefügte Akustikdecke ein Problem dar welches zusätzlich unschöne Spuren an der Oberfläche hinterlassen hat. Weiter soll die künstliche Beleuchtung und der sommerliche Wärmeschutz verbessert und der Energieverbrauch reduziert werden.
Mit unserem Konzept verfolgen wir ein moderates, vernünftiges Weiterbauen, welches in Etappen umgesetzt wird. Dabei orientieren wir uns immer am ursprünglichen Bau, dieser soll nicht durch extravagante Elemente oder eine ausufernde Technik tangiert, sondern in seiner gestalterischen und technischen Grundsubstanz unterstützt werden. Ein erstes Musterzimmer, um weitere Erkenntnisse zu gewinnen, durften wir im Jahr 2025 umsetzen.
Fotografie Aussen: Gottwalt Walder, Frauenfeld